Melanchthon Gymnasium

Wurzel aus Faust I und II

Lasst die Puppen tanzen
Das Theater Kuckucksheim spielt Goethes Faust
„Sie sitzen schon mit hohen Augenbraunen, gelassen da und möchten gern erstaunen“ - genau so, wie es der Theaterdirektor in Goethes Faust formuliert, geht es auch uns, dem Publikum in der Aula des Melanchthon-Gymnasiums, als zwei Herren vom Theater Kuckucksheim beide Teile des berühmten Dramas als vergnügliches Puppenspiel aufführen. Schon die Kulisse ist verblüffend: ein großer, altertümlich wirkender Kutschwagen mit einem drehbaren Reifen steht auf der Bühne. Die von den Darstellern „Faust-Wagen“ getaufte Apparatur erfüllt während der Aufführung verschiedene Funktionen: Sie rahmt das szenische Geschehen, dient als Tisch für die lustige Szene in „Auerbachs Keller“ und gibt der Leinwand Halt, die für das Schattenspiel im zweiten Teil benötigt wird. Auch für Musik ist gesorgt. Cello oder Ziehharmonika, gespielt von Cyriakus Appelmann, untermalen die Szenen, und die zur Einstimmung dienenden Verse aus Fausts Eingangsmonolog und dem Osterspaziergang werden gesungen, was zur atmosphärischen Verdichtung beiträgt und sehr eindrucksvoll ist. Ein Spieler (Stefan Kügel) und drei Puppen, die Gretchen, Faust und Mephisto verkörpern, sind die einzigen Akteure. Die Spieldauer beträgt zwei Stunden, eine starke Verknappung der Vorlage, mit viel Mut zur Lücke, aber auch einer überzeugenden Handlungsführung, die stets nachvollziehbar bleibt.
Das gesamte Arrangement mit Puppen, Wagen und Improvisationen erinnert an die deutschen Bühnen des 17. Jahrhunderts, an das Wandertheater und die Puppenspiele, die den Faust-Stoff als erste dramatisierten und so auch dem jungen Goethe vermittelten.  Auch das Volkstümliche und Burleske dieser Tradition ist bei dem Kuckucksheimer Duo zu finden. Sie unterhalten mit Ironie, Witz und Humor, und das selbst noch im schwierigen zweiten Teil des Dramas, den die meisten Schüler nicht kennen, der ihnen aber durch geschickte dramaturgische Mittel wie das schon erwähnte Schattenspiel und die Einbindung einzelner Zuschauer aus den ersten Reihen nahegebracht wird. Ein gelungene, zeitgemäße Inszenierung, spannend und amüsant, ohne ins Banale abzugleiten. Langer und verdienter Applaus.

Benjamin Och, Q11

Bücher sind etwas Besonderes!

Lesekompetenz ist einer der Schlüssel zur modernen Bildung und die Fachschaft Deutsch des Melanchthon-Gymnasiums fördert diese mit mehreren ständigen Projekten:
Das Projekt „Freies Lesen“, in dem das Melanchthon-Gymnasium den Schülern der fünften und sechsten Jahrgangsstufe einmal pro Woche in wechselnden Fächern eine Stunde Zeit zur Vertiefung in die Welt der Bücher und des Lesens ermöglicht, spricht die Phantasie unserer Jüngsten an und fordert sie zum Schmökern und anschaulichen Aufbereiten ihrer Leseerlebnisse im selbst gestalteten Lesetagebuch auf.

Lesetipp der Oberstufe: Die Wellen

Der Roman "Die Wellen" des baltischen Eduard von Keyserling ist ein verkanntes, da unbekannt gebliebenes Werk der Jahrhundertwende. Die Abiturienten des Deutschkurses von Dr. Martina Switalski haben sich der dekadenten Welt des sterbenden Adels in der Sommerfrische der Kurischen Nehrung angenähert und die heimliche Hauptfigur des Romans, das Meer, auch malend gebannt. Die Figurinen von Carlotta Zeitelhack zeigen darüber hinaus die gefallene Gräfin Doralice im Kreise ihrer (amourösen) Verquickungen.