P- und W-Seminare
2010 - 2012: P - Seminar: Steinreich! Moderne Ausstellung und wissenschaftliche Aufarbeitung der Mineraliensammlung
Steine sind stumme Lehrer, sie machen den Beobachter stumm, und das Beste, was man von ihnen lernen kann, ist nicht mitzuteilen. (Goethe:Wilhelm Meisters Wanderjahre)
„Ton Steine Scherben“, deutsche Rockgruppe der 70er, dagegen hatten viel mitzuteilen. Bleibt die Frage, ob man daraus etwas lernen konnte?!
Ob mit Texten – fachlich-sachlich - Anekdoten, Musik, Abbildungen oder sonstigen ideenreichen Methoden, Ziel des P-Seminars ist es, die im Keller stumm verpackten Mineralien zum Sprechen zu bringen. Im Idealfall kann daraus eine interaktive Ausstellung der Mineraliensammlung im Schulhaus werden. Vorteilhaft sind alle möglichen Hobbys der Seminarteilnehmenden, die dieses Vorhaben voranbringen (Musik, Handwerken, Elektronik, Malerei, etc.)
Natürlich werden entsprechende externe Expertinnen und Experten dabei zu Rate gezogen.
2010 - 2012: W - Seminar: Geotektonik und Tektonik und ihre konkreten Auswirkungen auf den Menschen
Die Geotektonik mit ihren allgemeinen Gesetzmäßigkeiten für die Vorgänge in der Erdkruste und die Tektonik mit den Bewegungsvorgängen, die das heutige Bild der Erdoberfläche gestalten und gestaltet haben, sind Grundlage dieses Seminars.
Darauf aufbauend werden Naturkatastrophen, Tsunami, Erdbeben, Vulkanismus, etc., genauer untersucht und ihre Auswirkungen auf das Ökosystem Erde und Mensch erklärt.
Zudem findet in diesem Seminar auch der Einfluss des Menschen auf die Tektonik Eingang. Mögliche Fragestellungen dazu, die uns schon seit der Kindheit bewegen, werden endlich nebenbei beantwortet:
Können hüpfende Chinesen die Welt bewegen?
Wohin komme ich, wenn ich von hier senkrecht durch die Erde bohre?
Warum werden durch Menschen Erdbeben ausgelöst?
Und für Literaturfans:
Hat Frank Schätzing richtig recherchiert?
Schreibt ein Maar auch Geschichte(n)?
Bericht zu den Semiaren in der Oberstufe
W(ar gar nicht so schlecht)-Seminar
Es ist nicht einfach, die zweite Generation der „ neuen Oberstufe“ zu verkörpern. Zu nennen ist zunächst das Problem der fehlenden Informationen, auf beiden Seiten, der Seite der Schüler, aber auch auf der unserer Lehrer. Durch die Einführung des G8 wurden wir erst einmal alle in ein Meer ohne Rettungsboote geworfen. Doch dies hat nicht sofort zu bedeuten, dass wir nun verloren sind. In der Ferne glänzt die Hoffnung auf neue, innovative Ideen. Als Interesse weckende Innovation möchte ich auf das W-Seminar hinweisen.
Und wieder ein Problem! Die erste Frage: Welches Seminar? Es klingt ja alles recht interessant, aber was ist das richtige für mich? Physik? Geschichte? Latein? Ich entschied mich für Geographie. Etwas Interessantes, Neues, womit ich mich noch nicht ausreichend beschäftigt hatte. Und neu war es! Neu und fremd! Zunächst.
Begonnen hatte das Seminar nämlich schon mit einem wuchtigen Schlag. Während andere Seminare noch nicht einmal ein ernstzunehmendes Treffen organisiert hatten, wurde uns aufgebrummt in den Herbstferien eine 24-seitige Power-Point Präsentation über Grundlagen der Geotektonik zu analysieren und in einem dreiseitigen Bericht zu verarbeiten. Natürlich mussten wir eine Wochenplan anfertigen, der unsere Erkenntnisse und die Sammlung unserer Quellen für die Seminararbeit ordnen sollte und welcher selbstverständlich benotet wurde. Mit unserer Zwischenpräsentation im zweiten Ausbildungsabschnitt, 11/2, fing aber das Schuften erst richtig an. Nach einem Einzelgespräch mit unserer sehr interessierten Lehrkraft, Frau Kroth, war es nun unsere Aufgabe, die gesammelten Quellen zu nutzen und zügig die Seminararbeit fertigzustellen, um sie nach den Herbstferien des folgenden Semesters abzugeben.
Was tut man nun, ohne Quellen, vor den Sommerferien, erschöpft vom Schuljahr? Nichts. Man beginnt zwei Wochen vor Ende der großen Sommerpause den ersten Satz der Einleitung und streicht ihn wieder durch, um eineinhalb Monate später wirklich anzufangen, jetzt hektisch. Bei der zeitraubenden Arbeit geht wohl der Schlaf für die übrigen zwei Wochen vollkommen verloren. Außerdem werden Fahrten unternommen in alle möglichen Museen und natürlich überall dorthin, wo man Informationen zu seinem Thema erlangen kann. Ich fuhr in die Eifel, um dort die Vulkane zu erkunden, die Thema meiner Arbeit waren. Andere fuhren in den Bayerischen Wald oder besorgten sich Proben von alten Sedimenten, Sanden oder Gesteinsarten. Das bemerkenswerte daran war jedoch, es war interessant, geradezu spannend. Es ließ einen gar nicht mehr los, und wie anstrengend die Arbeit auch war, so informativ und lehrreich war sie auch. Selbst die Abschlusspräsentation, nicht einmal drei Wochen nach der Abgabe meines 15-seitigen Werkes gehalten, konnte jedoch meine positive Grundstimmung zu dieser neuen Idee, sich frühzeitig in eine Welt wissenschaftlichen Arbeitens einzubringen, lindern. Ehrlich gesagt, bin ich sogar froh, das erlebt zu haben. Ich erschloss nicht nur den Umgang mit Microsoft Word, sondern lernte auch sehr viel über Quellensammlung, deren Analyse und Einbringung in wissenschaftliche Texte. Und um fair zu sein, muss auch gesagt werden , dass wir eine äußerst lobenswerte Betreuerin für dieses Seminar hatten, die zwar genau so wenig über W-Seminare wusste wie wir, uns jedoch immer mit Rat und Tat zur Seite stand.
Um alles abschließend zusammenzufassen: das W-Seminar ist eine interessante Idee, neu und lehrreich, und trotz mancher Fehler am neuen Schulsystem selbst und an der Planung der Seminare, hat es eigentlich Spaß gemacht.
Tassilo Tissot, Q12


