Melanchthon Gymnasium

Hämmern, klopfen, schmieden...

MUSEUM KÜHNERTSGASSE

Von Vincent Mayer und Niki Mehler (7a)

Die ganze Klasse 7a hat am 16. Dezember mit Frau Wegener und Frau Dr. Switalski während unserer Geschichtsstunde einen kleinen Fußmarsch in das Handwerkermuseum in der Kühnertsgasse gemacht. Die drei Häuser mit der Nummer 22/20/18 wurde im 14. Jahrhundert gebaut und dann oft umgebaut, so dass es heute wie ein Gebäude ist. Die Häuser standen auf der Lorenzer Seite unserer Stadt und waren an der Hauswand mit einem großen L gekennzeichnet. Die Häuser wurden zwar im Mittelalter schon mit Nummern bezeichnet, aber nicht aufsteigend wie wir es heutzutage kennen. Das erste Gebäude besaß z.B. die Nummer 710 L. Erst 1796 wurden zum ersten Mal Hausnummern verteilt und die Häuser als 18/20/22 verzeichnet. Im ersten Handwerkerhaus haben wir im Mendel'schen Zwölfbruderbuch sehr schöne Zeichnungen von mittelalterlichen Handwerkers gesehen. Am interessantesten war aber die Architektur. In der Decke waren meistens Wärmelöcher, die zur Beheizung der Räume dienten. Wenn es z. B. in der Schmiede warm war, zog warme Luft nach oben und beheizte die oberen Räume. In einem Haus lebten bis zu zwanzig Leute. Die unteren Wände bestanden aus Sandstein, die oberen aus geflochtenen Weiden, die mit Stroh und Lehm verputzt waren. Durch den Ofen in der Küche wurde das Wohnzimmer beheizt. Die Häuser waren unserer Meinung nach alle schief. Wenn etwas an den Häusern verändert wurde, hat man nicht darauf geachtet, ob irgendetwas in der Waage war.
Es gab übrigens unterschiedliche Schmiede im mittelalterlichen Nürnberg. Die Rot- und Schwarzschmiede waren jeweils für andere Rohstoffe zuständig, weil der Schwarzschmied nur Eisen bearbeiten durfte und der Rotschmied nur Kupfer. Bei unserer Exkursion wurde gerade speziell etwas über das Handwerk des Drahtziehers ausgestellt. Er zog den Draht, wodurch dieser dünner gemacht wurde. Dies war ein Privileg oder Monopol Nürnbergs und brachte viel Geld ein. Insgesamt war es ein schöner Ausflug in die Vergangenheit unserer Stadt.

Ausflug der Klassen 6a, b, c ins Reich der Pharaonen

Von Juliane Steinfeld (6c)

Die Ausstellung über den ägyptischen Pharao Tutanchamun, der vor ca. 3000 Jahren lebte, ist sehr interessant gestaltet und setzt sich aus Fotos, täuschend echten Nachbildungen der Fundstücke des Pharaonengrabes, Filmen und Erklärungen über den Audioguide zusammmen.

Ich habe viele interessante Sachen über Tutanchamun erfahren. Zum Beispiel wurde er bereits mit 8 Jahren zum König Ägyptens gekrönt, starb aber schon im Alter von 18 Jahren. Nach seinem Tod wurde er nicht in einer Pyramide begraben, sondern seine Grabkammer mit den dazugehörigen Räumen lag einige Meter tief unter der Erde. Pyramiden konnten Grabräuber leicht finden und ausrauben, deshalb legten nachfolgende Pharaonen, so auch Tutanchamun, ihre Gräber versteckt unter der Erde an. Das Grab Tutanchamuns befand sich im Tal der Könige am Nil, gegenüber der heutigen Stadt Luxor. Das Tal bekam den Namen, weil dort alle Pharaonen begraben wurden. Und was ich am interessantesten fand: Tutanchamun ist gar nicht der echte Name des Pharaos! Denn als Tutanchamuns Vater Echnamun der Herrscher Ägyptens war, schaffte er die Verehrung aller Götter ab, und es durfte nur noch der Sonnengott Aton verehrt werden. Ihm zu Ehren nannte er sich Echnaton, denn sein voriger Name enthielt den Namen des früheren Hauptgottes Amun. Echnaton nannte seinen Sohn Tutanchaton. Doch dieser führte mit 10 Jahren die Verehrung aller alten Götter wieder ein, machte auch Amun wieder zum Hauptgott und änderte deswegen seinen Namen in Tutanchamun.

Es war auch spannend, dass man im Grab nicht nur die Mumie Tutanchamuns fand, sondern noch zwei Sarkophage, in denen zwei weitere Mumien lagen. Es waren die beiden früh verstorbenen Töchter des Pharaos, die beide nicht einmal 1 Jahr alt wurden.Warum Tutanchamun so früh gestorben ist, weiß man nicht genau. Vielleicht war es die schwere Knieverletzung, eine bestimmte Krankheit oder es hat mit dem Knochensplitter im Hinterkopf zu tun.

Aber wie wurde Tutanchamun eigentlich gefunden? Archäologen gruben im Tal der Könige nach Fundstücken. Nun waren sie der Meinung, dass hier nichts mehr zu finden war. Doch der Engländer Howard Carter war fest davon überzeugt, dass sich unter dem Ausgrabungsschutt das Grab Tutanchamuns befand. Er hätte gerne danach gegraben, doch hatte er weder eine Grabungslizenz, noch genügend Geld um sich die Lizenz zu kaufen oder um die Arbeiter zu bezahlen. Aber zum Glück kannte er Lord Carnarvon, einen reichen Engländer, den er überzeugte, ihn für die Ausgrabungen finanziell zu unterstützen. Tatsächlich stieß Howard Carter 1922 nach 5 Jahren vergeblicher Suche mit seinen Arbeitern auf die Stufen, die zum Grab Tutanchamuns führten. Allein in der Vorkammer und der Schatzkammer des Grabes fand man insgesamt über 200 Gegenstände, die man dem Pharao mit ins Grab gegeben hatte. Unter anderem drei Betten, Tutanchamuns Thron, wertvolle Sachen aus Gold, einen großen Schrank, den man Schrein nennt, mit den inneren Organen des Pharaos und sogar Tonkapseln mit Essen darin, weil man glaubte, dass der Verstorbene etwas zu Essen für seine Reise ins Totenreich benötigte. Im nächsten Raum, der Grabkammer, stand ein riesiger vergoldeter Schrein, der die Größe eines Zimmers hatte und somit den ganzen Raum ausfüllte. Die Türen des Schreins standen offen, denn bis hier waren schon Grabräuber vorgedrungen. In diesem Schrein standen drei weitere, immer enger ineinander verschachtelt. Doch im inneren Schrein lag der Sarkophag Tutanchamuns. Als man den Deckel des Sarkophages öffnete, kam ein weiterer zum Vorschein. Und in diesem lag ein Sarg aus purem Gold, in dem die Mumie des Pharao lag. Das Gesicht war mit einer goldenen Maske bedeckt. Leider mussten Howard Carter und seine Leute feststellen, dass die Mumie größten Teils zerfressen war, aber sie trug sogar noch den Schmuck, den der Pharao schon zu Lebzeiten getragen hatte.

Die Ausstellung ist noch bis Ende Januar 2014 in Nürnberg in der Fürther Straße 205 zu sehen, und es lohnt sich, dort hin zu gehen.

Deine Anne

Ein Mädchen schreibt Geschichte

Von Annika Döbler

Vor über 70 Jahren bekommt das jüdische Mädchen Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch geschenkt. Im gleichen Jahr, 1942, berät  man auf der Wannseekonferenz in Berlin über die Deportation und Ermordung der Juden aus Europa. Anne Frank schreibt ihr Leben zur Zeit des faschistischen Rassenwahns auf. Heute ist ihr Tagebuch das meist gelesene Buch über den Nationalsozialismus und Anne Frank zu einer Symbolfigur für den Völkermord an den Juden geworden.In der Wanderausstellung „Anne Frank – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ im Gemeinschaftshaus Langwasser wird in sechs Tafeln von Anne und ihrer Jugend als Jüdin im Dritten Reich erzählt.

Die Familie Frank war nach der Machtübernahme Hitlers und mit dem sich immer weiter steigernden Hass gegenüber der jüdischen Bevölkerung von Frankfurt nach Amsterdam geflohen. Nachdem 1940 auch die Niederlande kapitulierten, waren viele geflohene Juden, darunter auch die Familie Frank, gezwungen sich zu verstecken. Über zwei Jahre lebten sie mit vier anderen Juden auf engstem Raum in einem Versteck in einem Hinterhaus.

Nach einem Verrat 1944 werden sie jedoch von SS-Männern verhaftet und letztlich in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Anne, ihre Schwester Margot und die Mutter Edith überleben die Konzentrationslager nicht. Ihr Vater Otto Frank überlebt als Einziger und wird 1945 befreit.

Trotz des schrecklichen Schicksals der Familie Frank, sowie all derer, die im Holocaust ums Leben kamen, ist es nicht immer einfach, Jugendliche auch abseits der Schule für dieses wichtige Thema zu interessieren und zu sensibilisieren. Die Ausstellung versucht genau dies mit einer Kombination aus historischem Teil, der das Hintergrundwissen zum Nationalsozialismus sowie Annes Leben dokumentiert, zum anderen aus einem aktuellen Teil, welcher sich mit der Diskriminierung und mit Rassismus heute befasst. Das „Peer-Guide“-System, „Jugendliche führen Jugendliche“, ermöglicht es, dass sich Schüler anders als in der Schulsituation zwangloser über gegenwärtige Probleme austauschen und somit auch besser lernen können. Für uns als Ausstellungsführer war es eine großartige Erfahrung und Herausforderung mit den einzelnen Klassen zu arbeiten, zu kommunizieren und sie darüber hinaus für aktuelle politische Themen zu motivieren. In einem zweitägigen Aufbauseminar wurde uns am 20. und 21. Februar von „Anne-Frank-Botschaftern“ gezeigt, wie wir mit verschiedenen Situationen umgehen und auf die verschiedenen Klassen eingehen können. Nachdem wir vor der ersten Führung etwas nervös waren und leise Zweifel hatten, alleine vor 30 Jugendlichen oder gänzlichen öffentlichen Führungen zu bestehen, machte es von Führung zu Führung mehr Spaß. Nach vier oder fünf im Team geführten Gruppen wurden wir alle selbstsicherer und durch die Diskussionen mit den Klassen lernte man sich und andere Menschen besser kennen. Nicht nur die Ausstellung, sondern auch die Ausstellungseröffnung inklusive der Uraufführung der Kantate „Mein Name ist Anne“, begleitet durch Chor und Orchester der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät, und auch die Feedback- Veranstaltungen des zentral organisierenden KUF und zahlreiche andere Veranstaltungen rund um „Anne Frank in Nürnberg“, sowie die Erinnerung an Anne selbst ermutigen uns peer guides des MGN zum Einsatz für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie.

In Annes Worten: „Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu ändern.“ (Anne Frank, 26. März 1944)

 

Dachau 2013

Exkursion der 9. Jahrgangsstufe zur KZ-Gedenkstätte Dachau

Von Maleen Hartenstein (9c)

In winterlicher Kälte besuchten am Mittwoch, dem 20. Februar 2013, die 9. Klassen mit Frau Dr. Switalski, Frau Dr. Kirchner-Feyerabend und sechs Referendarinnen und Referendaren die KZ-Gedenkstätte Dachau, um sich auf dem Appellplatz, in den Baracken, dem Krematorium und nicht zuletzt in der Ausstellung ein Bild von der menschenverachtenden Rassenideologie der Nationalsozialisten im so genannten „Muster-KZ“ zu machen. In der Ausstellung, die den Weg der Häftlinge ins Lager, im Lager und in den Tod bzw. die Befreiung verfolgte, fanden wir auch eine Nachricht über den Tod des ehemaligen Melanchthon-Schülers, Rudolf Benario. Zusammen mit Arthur Kahn und Ernst Goldmann wurde der promovierte Volkswirtschaftler und Kommunist eines der ersten Opfer des KZ Dachau. Am Abend des 12. April 1933 ließ der Kompanieführer Steinbrenner die drei jüdischen Häftlinge antreten und verschwand mit ihnen in Richtung Schießplatz. Kurz darauf hörten Zeugen Schüsse und Schreie. Noch an Ort und Stelle erlagen Goldmann, Kahn und Benario ihren Verletzungen. Offiziell wurden sie auf Geheiß des Lagerkommandanten Himmler „auf der Flucht erschossen“. Rudolf Benario, geboren am 20.9.1908 war als Sohn des Handelsschuldozenten Benario in der vierten und fünften Klasse von 1921 bis 1923 Schüler des Alten Gymnasiums, bevor er nach Fürth wechselte.
Nachdem wir uns klassenweise über die grausamen Foltermethoden und Quälereien der SS sowie die Bloßstellung und Missachtung der Häftlinge informiert hatten, versammelten wir uns alle in einem großen Kinosaal und wurden durch einen entsetzlichen Film über den unmenschlichen Umgang mit den Gefangenen belehrt. Dieser Film, den die Amerikaner nach der Öffnung des Lagers am 1. und 2. Mai 1945 drehten, zeigte in erschütternder Weise, unter welchen Bedingungen die Menschen leben und sterben mussten. Er dokumentiert die sadistischen Quälereien durch die SS, die medizinischen Versuche an Menschen, die Vernichtung durch Arbeit in den Außenlagern und die gequälten Kreaturen auf eindringlichste Weise.
Nach einer kleinen Pause begaben wir uns weiter über den Appellplatz zu den damals vollkommen überfüllten Wohn- und Schlafräumen der Gefangenen und wurden daraufhin über die Arbeitslager in Kenntnis gesetzt. Mit bedrückter Stimmung gingen wir weiter zu den Verbrennungsöfen und besichtigten auch das Brausebad und die Gaskammer.
Wir hatten das Glück Herrn Grube als Zeitzeugen hören zu können, der uns über seine Kindheit als so genannter Halbjude in Deutschland berichtete. Er kam damals in ein jüdisches Kinderheim und musste begreifen, dass viele seiner Verwandten und Bekannten ermordet wurden. Er teilte uns mit, wie es war, die Schule nicht besuchen zu dürfen und von der ganzen Gesellschaft vollkommen ausgeschlossen zu werden. Trotzdem versucht er, aus seinen schlimmen Erfahrungen das Beste zu machen und will möglichst vielen Leuten über diese Zeit berichten und ihnen seine Meinung darüber mit auf den Weg geben. Grube kämpft als überzeugter Antifaschist und Kommunist gegen soziale Ungerechtigkeit und neofaschistische Tendenzen. Dieser erlebnisreiche und bedrückende Tag hat wahrscheinlich alle Schüler und Schülerinnen schockiert und wird uns noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.

 

Geschichte zum Anfassen und Testen

Partizipation am Lernlabor "Geschichte" im Schulmuseum

Von Dr. Martina Switalski

Geschiche kann berühren, nachdenklich machen, entsetzen, aufdecken, aber auch wehtun. Dafür muss sie greifbar und fühlbar werden. So einfach und treffend ist das Konzept hinter dem Projekt "Lernlabore" des Lehrstuhls für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Universität Eriangen-Nürnberg. Die 9d durfte bei der Entwicklung von Lernlaboren zum Thema "Drittes Reich" die Lemarrangements in der Entwicklungsphase testen und kritisch durchlaufen.

Gerade die Beurteilung der einzelnen Stationen war den Lehramtsstudenten im Seminar von Dr. Mathias Rösch besonders wichtig, da die Gegenstände im Museum selbsterklärend sein müssen. Konkret sah das so aus: Man greift in eine verdeckte Kiste um einen unbekannten Gegenstand herauszuholen. Der scheinbare Holzknüppel entpuppt sich als Handgranate, deren Splittern adeln nicht nur Tausenden von Soldaten in den Schützengräben des Ersten und Zweiten Weltkriegs tödliche Wunden beibrachten, sondern deren Gebrauch der nationaI sozialistisehen (Staats)jugend bereits im Sportunterricht und HJ-Training anheimgestellt wurde. Ein Film klärte über den Gebrauch dieser tödlichen Splitterwäffen bis heute auf.