Details

/ Details

Dänemarkaustausch mit dem Silkeborg-Gymnasium (September) 2021

Der Weg nach Dänemark fand, aus mittlerweile wohlbekannten Gründen (Corona), nicht wie sonst üblich mit der Bahn, sondern mit dem Bus statt. Das hieß dann konkret 13 Stunden möglichst still sitzen und in regelmäßigen Abständen die Raststätten Deutschlands erkunden.

Früh morgens losgefahren kamen wir erschöpft und doch nervös am Bahnhofsparkplatz von Silkeborg an. Ein paar Leute hatten schon mit ihren Dänen geschrieben, aber der rudimentäre Austausch war den Meisten nicht genug. Nach und nach leerte sich der Parkplatz, als wir in die Autos der Familien oder Dänen selbst einstiegen. Ein Luxus, den man nach den paar Tagen kaum mehr missen wollte.

In der ersten Nacht erkundeten die meisten noch die Häuser ihrer Gastfamilien. Gerade die Inneneinrichtung ließ, wie von Skandinaviern klischeehaft erwartet, keine Enttäuschung zu. Die These bestätigte sich im Laufe der Tage, als ich noch mehrere Häuser der anderen Gastfamilien von innen sah.

Wir besuchten an zwei der fünf Tagen den regulären Unterricht der Dänen, der teilweise extra für uns auf Englisch stattfand. Die Atmosphäre an der Schule war ungewohnt Uni-ähnlich, die Meisten nutzten Laptops zum Mitschreiben und offen sichtbare Handys auf dem Gang kamen auch vor, doch im Gegensatz zum oft üblichen Misstrauen deutscher Schulen wurden diese nur kurz und verantwortungsvoll verwendet. Den Schülern wurde mehr Eigenständigkeit und Selbstverantwortung zugetraut, was eine angenehme Abwechslung darstellte.

Doch trotz der beiden Schultage war das Spaßangebot reichlich ausgefallen – wir besuchten ein Fußballspiel und die zweitgrößte Stadt Dänemarks, Aarhus (oder Oorhuus, wie die Dänen sagten). Der Tagestrip beinhaltete einen Besuch in einer Art historischem Freilichtmuseum, reichlich freier Zeit zum Shoppen und das Genießen des durch die bunten Glasscheiben gefärbten Ausblick vom Dach des Aros Museums.

Der krönende Abschluss des Tages stellte der Besuch in einer Street Food Halle dar, die Auswahl war reichlich: Von französischen Galette bis zu afro-karibischem Barbecue war alles dabei.

Zusätzlich besuchten wir die Nordseeküste, die die Dänen Westseeküste nennen. Das macht ja durchaus Sinn, war aber für deutsche Ohren zuerst etwas ungewohnt. Die Fahrt fand ohne die Dänen statt, sie hatten Schule. Auf dem Weg besuchten wir das berühmte Tirpitz Museum, das in einem ehemaligen Bunker aus dem 2. Weltkrieg untergebracht ist, und lernten dort viel über das Leben der Menschen am und mit dem Meer.  

Nach einer mehr als ereignisreichen Woche traten wir am Freitag Vormittag die Rückfahrt an, im Gepäck viele Souvenirs, neue Klamotten, dänische Süßigkeiten, ein um zehn dänische Begriffe erweiterter Wortschatz und die Gewissheit, dass wir unsere geliebten Dänen in zwei Wochen wiedersehen würden – dieses mal auf deutschem Boden.        

Lisa Niesalla