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Wir waren auf Sylt!

(Gabriela Bauer nach Aufzeichnungen von Claire Hüttinger, Antonia Riechert, Laura Jäger, Chiara Aldebert, Jonas Paul und Moritz Heinzel)



In der Unternehmungswoche im Juli 2019 fuhr die Klasse 6b mit ihrer Klassenleiterin Frau Hassold und in Begleitung von Frau Galster und dem Bauerduo ins Schullandheim nach Wenningstedt auf der Insel Sylt. Nach einer langen Zugfahrt kamen alle wohlbehalten im Haus Klaarstrand an. Diesmal waren wir im neu renovierten Hauptgebäude untergebracht, einem ehemaligen Hotel, in dem Anfang des letzten Jahrhunderts Rosa Luxemburg logierte – und heftig über Langeweile klagte!

Das konnte der 6b nicht passieren! In jeder freien Minute tobten sich die Kinder auf dem weiträumigen Gelände auf den Volleyball- oder Fußballfeldern aus, spielten Tischtennis und Kicker oder beobachteten die zahlreichen Kaninchen. Wer es ruhiger haben wollte, verbrachte die Zeit im gut ausgestatteten Spielezimmer. Für die sportbegeisterte 6b war es großartig, dass einige Jugendtrainer des HSV, die zur selben Zeit im Haus wohnten und tagsüber ein Fußballcamp in Kampen betreuten, abends noch Lust hatten, mit unseren Kindern ein Match zu veranstalten.

Am ersten Tag ging es nach dem Frühstück nach List; dort beobachteten wir die Ankunft der Fähre von der dänischen Nachbarinsel Römö, bevor wir den Kutter „Gret Palucca“ bestiegen und einen Ausflug zu den Seehundbänken unternahmen. Leider war die Flut schon weit fortgeschritten, sodass wir nur noch drei Exemplare sehen konnten, die sich gerade ins Wasser gleiten ließen. Dafür fischte der Kapitän einige Bewohner des Meeresbodens heraus. Wir konnten Seesterne auf die Hand legen und einige Mutige hielten auch die Krabben hoch.

Nach der Mittagspause im Hafengelände stand das Naturgewalten-Museum der Alfred-Wegener-Stiftung auf dem Programm. Hier erfuhren die Schüler*innen viel über das Wattenmeer und die besonderen Lebensbedingungen im Wechsel der Gezeiten. Als Physiklehrerin wollte Frau Hassold das Gelände gar nicht mehr verlassen, den Kindern gefiel der Windsimulator und das fette Walross am besten.

Für den nächsten Vormittag hatte Frau Hassold eine Wattwanderung organisiert, auf die sich die meisten Kinder sehr gefreut hatten. Und sie wurden nicht enttäuscht, denn Wattführer Johannes ließ keine Sekunde Langeweile aufkommen, während wir Wattwürmer ausgruben. Am spannendsten geriet der Abstecher ins Schlickwatt, in das einige Kinder begeistert bis fast zum Knie einsanken, obwohl es dort stark nach faulen Eiern roch!

Am Nachmittag wanderten wir an einem Hünengrab aus der Steinzeit vorbei durch den „Sagenwald“ zur Uwe-Düne, wo wir einen wunderbaren Ausblick fast über die ganze Insel genossen, bevor es über das „rote Kliff“ wieder zurück ging.

Am nächsten Tag wanderten wir entlang der Strandpromenade von Westerland zum Seeaquarium; dort konnte die Klasse an einer Rallye teilnehmen und diverse Meeresbewohner aus der Nähe betrachten – besonders beeindruckten die Haie und Rochen!

Da es am Nachmittag endlich etwas wärmer war, verbrachten wir ihn am Strand. Wer trotz frischer 15°C ins Wasser wollte, musste eine rote Badekappe aufsetzen. Die einen fanden dies grässlich, die anderen witzig – uns Lehrern und den offiziellen Strandwächtern erleichterte sie den Überblick! Und sie besaß Wiedererkennungswert, denn als ich am Strand Aufsicht hielt, kam ein Badegast auf mich zu und fragte: „Sie sind doch von dem Gymnasium aus Nürnberg? Ich kann mich noch vom letzten Sommer an die roten Bademützen erinnern.“

Das Buddeln im sehr feinen Sand hatte alle hungrig gemacht und so freuten sich alle auf den Grillabend im sogenannten „Piratennest“. Nach einer Verdauungspause trafen sich alle im Disco-Raum, denn jetzt stand der „bunte Abend“ auf dem Programm. Jedes Zimmer hatte etwas vorbereitet, es gab zwei Theaterstücke, Witze, eine Volleyballspiel-Vorführung und eine Modenschau. Für die passende Musik zum Tanzen sorgten unsere Tutor*innen Kevin, Annabelle und Maria. Mein Mann feierte an diesem Tag seinen 65. Geburtstag, und viele Kinder hatten ihm etwas gebastelt oder eine Kleinigkeit gekauft. Das schönste Geschenk aber war das Theaterstück, in dem er selbst als Schüler und Jugendlicher dargestellt wurde, wie es sich die Mädchen in ihrer Fantasie vorgestellt hatten. Dieser Abend dürfte einer der schönsten gewesen sein, die wir in unserer langen Lehrerkarriere erlebt haben!

Schade, dass wir am nächsten Morgen schon die Heimfahrt antreten mussten, die übrigens jedem kürzer erschien als die Hinfahrt. Wir sind schon gespannt auf die Unternehmungswoche 2020, in der wir mit allen drei 6. Klassen die Insel besuchen werden.

Bis dahin:


Alles im Lot auf´m Boot!

Alles in Butter auf´m Kutter!

Alles im Griff auf´m Schiff!