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Wie es damals daheim war - der Erste Weltkrieg und Nürnberger Schüler

2014 jährte sich der Erste Weltkrieg, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts zum hundertsten Mal. Das zu diesem Anlass angebotene W-Seminar Geschichte „Erster Weltkrieg in Nürnberg“ unter der Leitung von Dr. Switalski bereitete sich und interessierten Bürgern der Stadt einen szenischen Einstieg in die Thematik und verwies vor allem auf die Probleme der an der Heimatfront verbliebenen Menschen. Wer weiß heute noch, dass die Trennung in Sommer- und Winterzeit im Krieg beschlossen wurde, um durch die Zeitverschiebung wertvolle Ressourcen, nämlich Brennstoffe wie Fette und Öle, die auch zum Schmieren der Waffen an der Front wichtig waren, einzusparen? In vier Lesungen des 240 Seiten umfassenden Tagebuchs eines, während des Krieges acht bis zwölf Jahre alten Nürnberger Buben werden Alltagsprobleme und Kriegsverlauf manchmal auf eine kindlich-naive, aber dennoch beeindruckende und bewegende Weise geschildert.

Von Oktober bis Dezember trugen die fünfzehn Seminarteilnehmer in drei gut besuchten Lesungen die Kriegsjahre 1914 bis 1917 im Foyer des Stadtarchiv Nürnberg inmitten der dortigen Ausstellung „Der Sprung ins Dunkle. Die Region Nürnberg und der Erste Weltkrieg 1914-1918“ vor. Im Februar 2015 folgte dann das „Best-Of“ mit der Präsentation aller vier Kriegsjahre und dem Kriegsende in der Blue Box des Staatstheaters Nürnberg. Auf die lange Vorbereitung mit der dortigen Theaterpädagogin Anja Sparberg und nach intensivem Studieren des Themas folgten nach allen Aufführungen begeisterter Applaus und vor allem auch viel Interesse für die einzelnen Seminarthemen der Schüler. Diese fahren nach diesem einmaligen Einstieg mit der Recherche zu den einzelnen Themen wie „Kriegsneurotiker“, „Gewerkschaften im Krieg“, „Kunst im Krieg“, „Schule und Krieg“ oder „Medizintechnische Entwicklungen“ fort. All diese Themen werden im Zusammenhang mit der Nürnberger Region präsentiert und lassen so auch unerfahrenen Lesern erahnen, wie es damals gewesen sein muss in einer Kriegsgesellschaft zu leben und welche Auswirkungen „The Great war“ oder „La Grande Guerre“ auch heute noch auf unser Alltagsleben hat.

Christian Damm, Q11