Die Streitschlichter
Bei Mediation geht es vor allem darum, dass wir anderen Menschen helfen, ihre Konflikte zu beheben. Bei unserer Arbeit versuchen wir nicht, den Konflikt zu lösen, wir versuchen stattdessen zur Lösung des Konfliktes beizutragen. Wir möchten so gut wie möglich unseren Beitrag zum sozialen Umfeld an unserer familiären Schule leisten.
Eine wichtige Mediationserkenntnis: „Das größte Kommunikationsproblem ist, dass wir nicht zuhören, um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten.” (Stefan Peters, Mediator und Coach)
Was passiert im Mediationsgespräch?
Die berühmte Auseinandersetzung zwischen Achilleus und Agamemnon, wie sie in Homers Ilias geschildert wird, zeigt beispielhaft, welche Bedeutung Konflikte im menschlichen Zusammenleben haben – so sehr, dass ihnen ein ganzes Epos gewidmet wurde.
Im Unterschied zu heutigen Vorgehensweisen fehlte den Helden der Antike etwas Entscheidendes: die Vermittlung durch eine neutrale, unterstützende Person, also die Mediation.
Konflikte gehören zum Alltag und lassen sich oft nicht vermeiden. Doch sie auf eine für alle Seiten faire und zufriedenstellende Weise zu lösen, ist häufig eine große Herausforderung. Besonders, wenn Missverständnisse und starke Gefühle im Spiel sind, finden die Beteiligten alleine selten einen Ausweg und geraten leicht in eine Spirale der Eskalation.
Um Mitschüler bei der friedlichen Lösung ihrer Streitigkeiten zu unterstützen, gibt es am Melanchthon-Gymnasium Mediatoren. Schüler helfen anderen dabei, ihre Konflikte im gemeinsamen Gespräch zu klären und tragfähige Kompromisse zu finden – oft sogar erfolgreicher als Lehrkräfte, weil sie sich auf Augenhöhe begegnen.
Das Wichtigste dabei ist, dass beide Parteien bereit sind, sich auf ein Mediationsgespräch einzulassen und an einer Kompromisslösung interessiert sind. Unter Einhaltung von Vertraulichkeit setzen sich die Streitenden mit den Mediatoren zusammen und vereinbaren Gesprächsregeln wie gegenseitigen Respekt, Ausredenlassen und Ehrlichkeit. Jeder schildert anschließend seine Sicht der Dinge und bringt seine Wünsche vor. Im nächsten Schritt werden Lösungsvorschläge gesammelt und gemeinsam eine Lösung entwickeln, der am Ende in einem schriftlichen Vertrag festgehalten wird. Nach der Unterschrift aller Beteiligten gilt die Abmachung und die Aussöhnung wird häufig mit einem Händedruck besiegelt.