Auf dem Weg zum Schuljubiläum
Am 23. Mai 1526 wurde in Nürnberg die „Obere Schule“, das „Gymnasium bei St. Aegidien”, mit einer „Lobrede auf die neue Schule” durch Philipp Melanchthon eingeweiht. 2016, zehn Jahre vor dem großen Schuljubiläum 2026, läuteten der damalige Schulleiter Otto Beyerlein, der langjährige Elternbeirat Konrad Birkmann und Dr. Martin Brons, seinerzeit Pfarrer von St. Sebald/St. Egidien, die Melanchthon-Dekade ein. Bis zum Schuljubiläum 2026 wird einmal im Jahr eine zukunftsweisende neue Bildungsrede an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nürnberg gehalten, die in Philipp Melanchthons Worten „der Stadt zum Besten gereiche[n]” soll.
Nach dem schon verstorbenen Professor Hermann Glaser 2016 und dem italienisch-schweizerischen Architekturtheoretiker Professor Vittorio Magnago Lampugnani 2017, dem Berliner Theologieprofessor Christoph Markschies 2018 und der Professorin für Sozialpädagogik Susanne Maurer 2019 sprachen nach den von der Schülerschaft selbst gestalteten Corona-Reden 2022 unser ehemaliger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, 2023 Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, 2024 die Historikerin und Publizistin Prof. Mirjam Zadoff und 2025 die Klassische Philologin und Gründungsdekanin des Departments Liberal Arts and Social Sciences der UTN Prof. Dr. Gyburg Uhlmann.
Humanis-Mat
Aus Melanchthons Rede zur Schuleröffnung 1526
Wie bringt uns klassische Bildung im Leben heute weiter?
„Denn wenn ihr damit fortfahrt, bei den Leuten das Interesse für das Lernen zu erwecken, dann werdet ihr euch hervorragende Verdienste zunächst um eure Vaterstädte, aber aber um Auswärtige erwerben. Wenn auf eure Veranlassung hin eure Jugend gut gebildet ist, wird sie eurer Vaterstadt als Schutz dienen; denn für die Städte sind keine Bollwerke oder Mauern zuverlässigere Schutzwalle als Bürger, die sich durch Bildung, Klugheit und andere gute Eigenschaften auszeichnen.”
Bildungsrede 2026
Die zehnte Bildungsrede wurde am 23.05.2026 - auf den Tag genau 500 Jahre nach der Schulgründung durch Philipp Melanchthon - von Pater Anselm Grün OSB gehalten. Für die versammelte Schulfamilie und die interessierte Nürnberger Stadtgemeinschaft plädierte er unter dem Titel „Bildung beginnt im Inneren” für eine Schule, die sich die Zeit nimmt, echte Bildung zu ermöglichen, die sich nicht sofort unter dem Nützlichkeits- und Verzweckungsparadigma steht. Stattdessen soll Bildung den Raum dafür eröffnen, sich selbst im eigentlichen Sinn kennenzulernen und dadurch einen inneren Schutzraum zu öffnen, der die Menschen vor Selbstzweifeln und Angriffen schützt. So gebildet kann der Mensch, wie es bereits Benedikt von Nursia betont hat, verantwortet „nach draußen“ aufbrechen und sich in der Gesellschaft einbringen.
Impressionen der Bildungsreden