Wir bilden auch Menschen, die Menschen bilden…
Das Melanchthon-Gymnasium als Seminarschule
Das Graffito an der Hauswand zum Pausenhof „Wir bilden Menschen“ spielt mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs „bilden“: Sowohl durch die Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen als auch durch die aktive Begleitung der geistig-seelischen Entwicklung der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler sollen aus ihnen umfassend gebildete Menschen gemacht werden.
Das Melanchthon-Gymnasium ist eine der 74 Seminarschulen in Bayern (von insgesamt ca. 430 Gymnasien), also eine Ausbildungsschule für Referendarinnen und Referendare.
Das Studienseminar im Allgemeinen
Menschen, die diese Aufgabe übernehmen wollen, werden am Melanchthon-Gymnasium in ihrer zweijährigen Praxisausbildung zur Gymnasiallehrerin oder zum Gymnasiallehrer gebildet: Nach einem Studium in mindestens zwei Lehramtsfächern und dem Abschluss des Ersten Staatsexamens an einer Universität erfahren die Studienreferendare in den zwei Seminarjahren, wie sie ihr umfassendes Wissen an die Schülerinnen und Schüler vermitteln können, ohne dabei den einzelnen Jugendlichen und seine gesamte Entwicklung aus den Augen zu verlieren.
Wir unterstützen die jungen Uni-Absolventen auf ihrem Weg in das Lehrer-Sein.
Das Studienseminar im Melanchthon-Gymnasium
Das Melanchthon-Gymnasium blickt auf eine lange Tradition als Seminarschule zurück. Derzeit werden Referendarinnen und Referendare in folgenden Fächern ausgebildet: Englisch, Deutsch, Geschichte, Latein, Altgriechisch und evangelische Religionslehre. Bei Bedarf kooperieren wir mit anderen Seminarschulen, um Fächer abzudecken, die in ihrer Kombination so nicht angeboten werden (so z.B. in den Fächern Mathematik und Geographie mit dem Willstätter-Gymnasium, oder in Ethik mit dem Gymnasium Altdorf). Darüber hinaus erhalten sie in den Fächern „Grundfragen der staatsbürgerlichen Bildung“, „Schulrecht“, „Pädagogik“ und „Psychologie“ allgemeine Informationen, die sie im Schulalltag benötigen.
Derzeit unterrichten folgende Seminarlehrkräfte:
- Englisch: StD Kaiser
- Deutsch: StD Rösch
- Latein: StD Prof. Dr. Lobe
- Griechisch: StDin Dr. Singer
- Geschichte: StD Meinlschmidt
- Evangelische Religionslehre: StDin Verscht-Biener (Stellv. Seminarvorstand)
- Grundfragen staatsbürgerlicher Bildung: StDin Hessenauer
- Schulrecht und Schulkunde: OStD Dr. Reichardt (Seminarvorstand)
- Pädagogik: OStRin Hauf
- Psychologie: StD Spangehl
Das Studienseminar als Profit für die Schule
Nun könnte man den Eindruck bekommen, dass durch den kontinuierlichen Wechsel von neuen Seminar-Kolleginnen und -Kollegen ein Nachteil entstünde.
Die Erfahrung zeigt aber, dass gerade durch das Kommen und Gehen ein permanenter Austausch über die wissenschaftlichen Neuerungen und die pädagogische Arbeit stattfindet und sich so das Melanchthon-Gymnasium fachlich weiterentwickelt. Die Seminaristinnen und Seminaristen werden auf ihrem Weg nicht alleine gelassen, denn ein perfektes Betreuungssystem durch die Seminarlehrkräfte sowie durch Betreuungslehrer garantiert, dass lösungsorientierte Handlungsoptionen durchdacht, durchgesprochen und durchgeführt werden.
Zudem sind sie häufig voller Innovationen, Elan, Tatendrang und Motivation, endlich eigene Klassen unterrichten zu dürfen.
Das Seminar ist ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit und Weiterentwicklung
Das Studienseminar im Ablauf
Im ersten Ausbildungsabschnitt steht die Vermittlung der Grundlagen des Lehrerberufs im Vordergrund.
Er findet an der Seminarschule statt und dauert von September bis Mitte Februar – also vom Schuljahresbeginn bis zum Ende des 1. Halbjahres. In Fachsitzungen der einzelnen Fächer, Hospitationen und Lehrversuchen erlernen die jungen Kolleginnen und Kollegen Unterrichtsplanung und -gestaltung, Inhalte des Lehrplans und ihre Umsetzung in Aufgaben sowie in Leistungserhebungen und die valide Korrekturarbeit.Etwa ab den Herbstferien erhalten die Referendarinnen und Referendare jeweils eine Klasse in ihren Unterrichtsfächern zum eigenständigen Unterrichten zugeteilt. Die Verantwortung für diesen Unterricht verbleibt jedoch bei der ihnen zugeteilten Betreuungslehrkraft, die in engem Austausch und durch häufige Unterrichtsbesuche beratend zur Seite steht. In einer ersten Prüfungslehrprobe gestalten sie eine Unterrichtsstunde, die von einer Kommission beurteilt und bewertet wird.
Der zweite Ausbildungsabschnitt findet in Einsatzschulen für zwei Schulhalbjahre in ganz Bayern statt, zu denen die Referendarinnen und Referendare vom Ministerium zugewiesen werden. Der Unterricht an ihren neuen Gymnasien erfolgt schon eigenverantwortlich: Eine ausgezeichnete Möglichkeit die eigene Lehrerpersönlichkeit zu entwickeln, zu überprüfen und zu festigen, indem sie ihre unterrichtliche und erzieherische Tätigkeit intensiv selbst gestalten.
Für den dritten und letzten Ausbildungsabschnitt kommen die Referendarinnen und Referendare Mitte Februar wieder für ein halbes Jahr zurück an das Melanchthon-Gymnasium als Seminarschule. Hier unterrichten sie im Regelfall in ihren Fächern jeweils eine Klasse eigenverantwortlich, dennoch auch mit intensiver Betreuung und Beratung. Eine dritte Lehrprobe, das pädagogisch-psychologische Kolloquium sowie mündliche Prüfungen in den fachdidaktischen Fächern sowie den allgemeinen Fächern führen zum Zweiten Staatsexamen, für das das Seminarlehrerteam auch Gutachten zu verschiedenen Beurteilungsbereichen verfasst.
Aus den Referendarinnen und Referendaren werden nun Lehramtsassessorinnen und -assessoren. Und dann wird es spannend: Wo wird ab September im neuen Schuljahr der Wirkungsort in Bayern an einem Gymnasium wohl sein?
Das Studienseminar im Speziellen
Teamarbeit und Integration: Auf diese beiden Begriffe lässt sich der Schwerpunkt der Arbeit am Melanchthon-Gymnasium mit den Referendarinnen und Referendaren konzentrieren.
Gleich am fünften Tag ihrer neuen Berufstätigkeit steht ein Teambildungstag in Kooperation der beiden Fächer Pädagogik und Psychologie auf dem Stundenplan. Hierzu reist das Seminar in die Fränkische Schweiz nach Betzenstein, um dort Teamaufgaben zu lösen und dabei über die eigene Rolle in der neuen Gemeinschaft sowie über sein eigenes Tun zu reflektieren. Mit einem systemischen Ansatz werden die Erfahrungen stets auch übertragen auf die zukünftigen beruflichen Herausforderungen. Die vielen und vielfältigen Aufgaben im Beruf sind am besten im Team zu bewältigen.
Kurz vor den Weihnachtsferien finden im Schloss Pfünz ein pädagogisch-psychologischer Kurs statt, in dem Zeit bleibt, auf die bis dahin bewältigten Aufgaben zurückzublicken und sich darüber auszutauschen. Hier bleibt auch Muße, um Planspiele durchzuführen; so stehen im Vordergrund Inhalte wie die ‚Kollegiale Fallberatung‘ oder das ‚Training kompetenten Lehrerverhaltens‘.
Um klarzustellen, dass es sich bei den Referendarinnen und Referendaren um Kolleginnen und Kollegen handelt, ist im Lehrerzimmer genügend Platz, so dass der Seminarraum im III. Stock als Ruhe- oder Arbeitsraum genutzt wird - sofern keine Fachsitzung ansteht. Damit hat das Seminar auch kurze Wege, um sich im Kollegium beraten zu lassen und sich fachlich auszutauschen.
Das Studienseminar und weiterführende Informationen
Wichtige Bestimmungen:
Lehramtsprüfungsordnung LPO II
Zulassungs- und Ausbildungsordnung ZALG
Anweisungen für das Studienseminar ASG (2011)
Seminarausbildung am Gymnasium: