Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

10. Bildungsrede mit Anselm Grün

Am 23.05.2026 hielt Pater Anselm Grün OSB in der St. Egidienkirche die 10. Nürnberger Bildungsrede - auf den Tag genau 500 Jahre, nachdem Philipp Melanchthon mit einer Rede das heutige Melanchthon-Gymnasium eröffnet hatte. 

Vor der eigentlichen Bildungsrede feierte Pfarrer Dr. Martin Brons gemeinsam mit Pater Anselm und Musikerinnen und Musikern von „Nürnberg Barock“ unter der Leitung von Alexander Rebetge eine musikalische Vesper am Vorabend des Pfingstfestes. In den wortgewaltigen Texten der biblischen Psalmen und in berührenden Pfingstliedern ging es um den Heiligen Geist, dessen Kommen von den Christinnen und Christen an Pfingsten gefeiert wird. In seiner Ansprache schlug Pfarrer Dr. Martin Brons mit dem Gedanken, dass sich auch Bildungsereignisse (wie die Schulgründung durch Philipp Melanchthon) und -erlebnisse in ihrer Unverfügbarkeit mit dem Wirken des Heiligen Geistes vergleichen lassen, einen Bogen zum Thema der Bildungsrede. 

Nach der Vesper eröffneten unter der Moderation von Pfarrer Dr. Martin Brons die Grußworte von Nürnbergs Bildungsreferentin Cornelia Trinkl und des Schulleiters des Melanchthon-Gymnasiums, OStD Dr. Christoph Reichardt, die eigentliche Bildungsrede.  

Pater Anselms Vortrag stand unter dem Titel „Bildung beginnt im Inneren”. Dabei betonte er, dass sich echte Bildung nicht im Erwerb von möglichst viel Wissen erschöpft, sondern der Weg ist, zu sich selbst zu kommen, selbst zu werden und anderen ohne Nebenabsichten zu begegnen. Die Schule soll dabei idealerweise ein Ort des Innehaltens sein. Ohne durch wirtschaftliche oder andere Interessen verzweckt zu werden, kann Schule das Herz und die Phantasie der ihr Anvertrauten bilden. Im Anschluss an Benedikt von Nursia hob Pater Anselm aber auch darauf ab, dass Bildung nicht nur einen Weg nach innen beschreibt. Denn ein Mensch, der durch eine so verstandene Bildung seinem wahren Kern begegnet ist und sich sein „inneres Kloster” eingerichtet hat, kann so gebildet auch wieder nach außen in die Welt gehen, um sich ihr in Freiheit vorurteilslos zuzuwenden und sie zu gestalten. Einen besonderen Wert bei der Bildung habe, so Anselm Grün, die Sprache. Sie zu pflegen ist genauso wichtig wie immer wieder zu hinterfragen, welche Sprache wir verwenden und welche Wirkung unsere Sprache auf andere ausübt. Seinen Geburtstagsgruß an das Melanchthon-Gymnasium verband er mit einem leidenschaftlichen Bekenntnis für das Altgriechische, das er selbst als junger Mann gelernt hat und das es ihm zeitlebens ermöglicht hat, das Neue Testament in all seiner Schönheit auf Griechisch zu lesen.

Im Anschluss an die Bildungsrede lud der Elternbeirat des Melanchthon-Gymnasiums zu einem Empfang im historischen Innenhof der Egidienkirche ein, wo die zahlreich erschienenen Gäste den warmen Mai-Abend in angeregten Gesprächen ausklingen ließen. Ermöglicht wurde dieser Abend auch durch die freundliche Unterstützung des Vereins der Freunde des Melanchthon-Gymnasiums. 

(Dr. Christopher Diez)

Bildergalerie
Fotos von Nina Bezold, Dr. Christopher Diez und Christine Wildner

Zurück