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Online-Austausch mit Nablus

Nach mehrmonatiger Vorbereitung fand am 23. April 2026 die erste Sitzung eines vom Städtepartnerschaftsverein zwischen Nürnberg und Nablus im Westjordanland (INNA e. V.) organisierten Online-Schüleraustauschs statt. Hierzu brachte INNA je sechs Schülerinnen und Schüler des Melanchthon-Gymnasiums und der Pioneers Bacchalaureate School Nablus auf einer digitalen Plattform zusammen. Zudem betreuen Andreas Burkhardt vom Melanchthon-Gymnasium Nürnberg sowie Samah Awartani der Pioneers Bacchalaureate School die Schülergruppen. 

Ziel der Veranstaltung, für die auch weitere Sitzungen am 09. Juni und für Ende Juli in Planung sind, ist der Austausch zwischen jungen Menschen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen. Hierbei geht es explizit nicht um akademische Beziehungen, sondern die Möglichkeit, die jeweils anderen Lebensrealitäten besser kennen zu lernen und bleibende Kontakte zu knüpfen. 

In der stattgefundenen Sitzung ging es um ein erstes Kennenlernen. Nach einer Vorstellungsrunde aller Teilnehmenden (bei der die Nürnberger auch Bilder von schönen Orten in der Stadt sowie kulinarischen Highlights wie der Rostbratwurst mitbrachten) ging es um vielfältige Themen: Unterschiede und Gemeinsamkeiten der jeweiligen Schulsysteme, Zukunftspläne, Berufswünsche, Hobbys und sonstige persönliche Interessen kamen zur Sprache. 

Der Schwerpunkt des Gesprächs lag aber früh auf der palästinensischen Lebenserfahrung in Nablus. So war zum Beispiel die Vorbereitung des Treffens erschwert worden, weil die Schülerinnen und Schüler aus Nablus aufgrund von Bombardement länger Onlineunterricht hatten. Die deutschen Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse an der Lebenssituation der palästinensischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

Auch kamen die leider alltäglichen Hindernisse und Schwierigkeiten zur Sprache, die jungen Menschen im Westjordanland durchstehen müssen. Eine Schülerin muss z. B. jeden Tag durch Checkpoints, um zur Schule zu kommen. Das ist, laut einer ihrer Freundinnen, gefährlich und furchteinflößend für sie. Auch ist die Bewegungsfreiheit, insbesondere von jungen Frauen und Mädchen, aufgrund der schwer vorhersehbaren Armeepräsenz stark eingeschränkt. Eine Teilnehmerin berichtete, dass sie abends gerne in der Stadt allein unterwegs wäre, dies aber explizit wegen der Besatzung nicht sicher für sie ist. Auch kamen strukturelle Limitationen durch die Besatzung wie die stark eingeschränkte Reisefreiheit sowie erzwungene Wasserrationierung zur Sprache. Trotz der großen Freiheitsbeschränkungen zeigten die sechzehn- bis siebzehnjährigen Schüler und Schülerinnen eine bewundernswerte Stärke im Umgang mit ihrer Situation. 

Für das nächste Mal ist geplant, dass die Schülerinnen und Schüler auch die Gelegenheit bekommen werden, über Breakout-Rooms in Kleingruppen privat miteinander sprechen zu können. Die Themenwahl ist hier komplett frei. Die Teilnehmenden sollen die Möglichkeit haben, weiterhin ungezwungen in Austausch treten zu können. Die Organisatoren freuen sich über die erfolgreiche Sitzung sowie auf die Weiterführung des Projekts mit der Schülergruppe.

(Lisa Niesalla, Abitur 2024)

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