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Rhetorikseminar der EJS-Stiftung

Unser Schüler Felix Kuntz (Klasse 10a) nahm gegen Ende des Schuljahrs 2024/25 am dreitätigen Rhetorikseminar der Elisabeth-J.-Saal-Stiftung in Traunstein teil. Nachfolgend berichtet er von seinen Erfahrungen:

„Es sei nun Rhetorik die Fähigkeit, bei jedem das in ihm ruhende Überzeugende ins Auge zu fassen“– so versuchte Aristoteles, die Wissenschaft der Redekunst zu definieren. Doch ist das wirklich alles? Wie werde ich denn tatsächlich zu einem guten Redner? Wie gelingt es mir, in Debatten schlagfertig und möglichst ohne Nervosität zu argumentieren? Und was kann ich von all den herausragenden Rednern der Antike, Cicero oder Demosthenes beispielsweise, lernen? Im Rhetorikseminar der Elisabeth-J.-Saal-Stiftung zur Förderung der humanistischen Bildung in Bayern gingen 25 Schülerinnen und Schüler, welche sich an den bayerischen humanistischen Gymnasien durch schulisches Engagement und gute Noten auszeichnen konnten, vom 4. bis 6. Juli 2025 im Haus St. Rupert in Traunstein diesen und vielen weiteren Fragen auf die Spur. Auf Vorschlag unserer Schule durfte auch ich daran teilhaben. 

Nach einem herzlichen Empfang begann unser Seminar unter dem Motto ,,Antike Rhetorik“ mit einem spannenden Vortrag des Münchener Klassischen Philologen Prof. Dr. Markus Janka und vertiefenden Gruppenarbeiten im Anschluss. Dabei wurden antike Quellen, zum Beispiel die Lobrede des Gorgias auf Helena, hinsichtlich ihres Inhalts, ihrer Wirkung, ihrer Ziele und der verwendeten rhetorischen Mittel untersucht. 

Das Gelernte konnten wir nach dem Abendessen in die Praxis umsetzen. Rhetorik- und Kommunikationscoach Paul Hermann aus Reichenschwand forderte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einer kurzen Einführung sofort heraus: Wir durften unsere eigens vorbereiteten Kurzvorträge frei vortragen, wobei unsere Vorträge aufgezeichnet wurden. Am nächsten Tag konnte Herr Hermann so alle „Fehler“ analysieren und persönliches Feedback geben. Zur Verbesserung brauchte es jetzt Training: Übungen zum Sprechtempo, zum Aufbau der Rede, gegen Lampenfieber und zu vielem mehr halfen uns nun für eine erneut aufgezeichnete Spontanrede. Dabei sollten wir einzelne Begriffe wie z.B. Weltall ziehen und als Ausgangslage für einen dreiminütigen Vortrag nutzen. 

Am Sonntag gipfelte das Seminar in mehreren großen Debatten, also der argumentativen Rede und der Dialektik. In Gruppen bereiteten wir uns daher intensiv auf sehr aktuelle Themen vor, sei es die Wehrpflicht oder eine Zuckersteuer. Die Übungen zahlten sich aus: In hitzigen Diskussionsrunden kämpften die jeweiligen Verfechterinnen und Verfechter um Stimmen in der Abstimmung, durch die deutlich werden sollte, welche Seite denn mehr überzeuge. Dieser interessante Themenblock mündete erneut in einer Videoanalyse. 

Die erst hitzige Stimmung wurde anschließend beim Abschied sofort von der Freude, an diesem einzigartigen Wochenende teilgenommen zu haben, und auch von ein wenig Traurigkeit, neu gewonnene Freunde verabschieden zu müssen, abgelöst.

 

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